Vermieter Webseite und Recht…

von admin am 4. März 2011

Impressum
Immer noch sehen wir viele Webseiten unserer Vermieter mit fehlendem Impressum sowie nicht vorhandenen Datenschutzhinweisen. Ein guter Grund, der Sache auf den Grund zu gehen und damit in Verbindung stehenden Themen anzusprechen.

Impressum Pflicht?

Von der Pflicht sind nur Webseiten ausgeschlossen, die laut § 55 I Rundfunkstaatsvertrag (RStV) ausschließlich persönlichen oder familiären Zwecken dienen. Bei einer Webseite, auf der eine Ferienwohnung, ein Ferienhaus oder eine Pension beworben wird, ist das nicht der Fall. Für Vermieter Webseiten ist daher ein Impressum Pflicht! Im Negativfall können bei einer Abmahnung empfindliche Strafen drohen.

Erreichbarkeit auf der Webseite

Auch das wird gesetzlich geregelt. Laut Rechtssprechung muss das Impressum mit den Daten des Dienstanbieters ständig verfügbar und leicht erkennbar sein. Von jeder Unterseite des Webauftritts darf das Impressum nur 2 Klicks entfernt sein. Warum auch verstecken, wer für die Webseite verantwortlich ist?
Unser Rat: Wir empfehlen das Impressum unten rechts oder links in den Fußbereich einer Webseite einzubauen und es von jeder Unterseite aus verfügbar zu halten. Rechtssprechung: Erreichbarkeit

Was gehört in ein Impressum?

Folgende Daten dürfen bei einem privaten Vermieter nicht fehlen:

  • Namen und Anschrift
  • Angaben zur schnellen elektronische Kontaktaufnahme Telefon, Fax, E-Mail
  • Rechtsform des Anbieters (GmbH, Einzelunternehmen, etc.)
  • Fotoquellen, Textquellen
  • Umsatzsteueridentifikationsnummer, wenn zutreffend

Für jede Rechtsform gelten jedoch andere Vorschriften. Wir empfehlen den Impressumsgenerator auf E-Recht zu verwenden.

Ganz wichtig für Vermieter, sollten sie Bilder auf ihrer Webseite integrieren. Das Kopieren aus dem Internet ist eine Urheberrechtsverletzung. Informieren Sie sich beim Ansprechpartner der Original Webseite bzw. in Bilddatenbanken über die Lizenzfrage. Die Organisation Creative Commons (CC) gibt Hilfe bei verschiedenen Lizenzmodellen. Teils dürfen Bilder unter Nennung des Autoren kostenfrei veröffentlicht werden, sollte die Webseite nicht kommerziell ausgerichtet sein.

Unser Tipp: Verwenden Sie eigene Bilder oder fragen Sie Freunde und Bekannte, ob sie deren Bilder kostenfrei verwenden dürfen. Die Autorenangabe ist fair und angemessen.
Wollen Sie professionelle Fotos auf der eigenen Seite verwenden, so nutzen sie Bilddatenbanken wie FOTOLIA.de. Sie kaufen die Bilder und erwerben damit das Recht, die Bilder in ihre Webseite integrieren zu dürfen. Je nach Auslösung, Größe und Qualität kostet ein Bild zwischen 1 und 20 Euro. Wobei der Großteil der ansprechenden Fotos für 2 Euro zu haben ist. Gerade aus dem Elbsandsteingebirge gibt es ein gutes Angebot von Hobby- und Profifotografen.

Haftungsausschluss / Disclaimer

Ebenfalls nicht fehlen sollten Standardfloskeln, die den Betreiber einer Webseite von dergleichen möglichen Forderungen eines Dritten schützen.

Dieser Abschnitt des Impressums beginnt meist wie folgt:
„Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich.“

Gerade wenn die Webseite Preise beinhaltet sollte man den Disclaimer Abschnitt nicht vergessen. Möglich wäre der Fall, ein Gast beruft sich auf den auf ihrer Webseite viel zu gering angegebenen Übernachtungspreis. Ein Schreibfehler mit Konsequenzen. Bitte geben Sie auch zu den Preisen die Information an, ob es sich um Netto oder Bruttopreise handelt. Fehlen diese Angaben kann es zu Mißverständnissen führen.

Ebenfalls ist es ratsam, mit einer Klausel die Haftung für externe Links auszuschließen. Bedeutet, wenn sie auf andere Webseiten verweisen, können sie nicht für die Rechtmäßigkeit der Inhalte garantieren und haften.

Die rechtmäßige Relevanz eines Disclaimers ist etwas umstritten. Erfolgt eine Verlinkung z.B. gezielt auf eine Seite mit persönlichkeitsrechtverletzende Inhalten, so schützt der Disclaimer nicht vor Strafe. Wir empfehlen dennoch, eine Haftung verbal auszuschließen. Unser gut gemeinter Rat: Überzeugen Sie sich als Webseitenbetreiber im eigenen Interesse von der Qualität der Zielseite, auf die sie verlinken. Schließlich soll ihnen Ärger erspart bleiben und dem Besucher ein Mehrwert geboten werden.

Datenschutz

Speichern sie im Rahmen eines Kontaktformulars die Adressdaten von möglichen Gästen, so sollten sie mit einer Datenschutzklausel im Impressum die Verwendung dieser Daten für Werbezwecke und die Weitergabe an Dritte ausschließen. Keiner hat es gern, ohne seine Einwilligung mit Werbemails bedacht zu werden. In diesem Fall bietet es sich an, den Datenschutzhinweis nicht nur im Impressum, sondern auch direkt auf die Seite des Kontaktformulars zu integrieren. Das schafft Vertrauen beim Besucher.

Setzen sie eine der bekannten Controlling- und Analyseprogramme wie google Analytics, piwik oder woopra ein, sollten sie den Besucher ebenfalls im Impressum über diese Tatsache informieren. Auch hier werden, wenn auch nicht personenbezogen, Daten der Besucher gespeichert. Das gleiche gilt für den Einsatz von Werbeprogrammen wie Google Adsense, Contaxe, Zanox oder auch das Amazon Partnerprogramm. Hier geht es um die datenschutzrelevanten Details der Cookie Speicherung. Die entsprechenden Floskeln sind auf den Seiten der Anbieter zu finden.

Facebook

Auch bei der Integration einer facebook like box oder eines like Buttons auf der eigenen Webseite sollten die Facebook Datenschutzklauseln im Impressum nicht fehlen. Setzt ein bei facebook angemeldeter User ein like auf ihre Seite, so ist seine Empfehlung entsprechend der Security Einstellungen auch für andere sichtbar. Desweiteren ist darauf zu achten, dass auch Facebook Fanpages ein Impressum benötigen. Dieses kann mit einem externen Verweis in das Info Register eingetragen werden. Hier gibt es weiterführende Infos.

Fazit: Sicher kann es jahrelang gut gehen und eine Webseite ohne Impressum sowie mit Bildern, die einem fremden Copyright unterliegen, kommt ungeschoren davon. Es ist jedoch eine kleine Mühe, die grundlegenden Pflichten, welche mit einer Webseite verbunden sind, zu beachten. Verlassen Sie sich nicht nur auf ihr Webstudio. Der rechtlicher Besitzer der Domain (www) ist persönlich verantwortlich und auch haftbar, sollte eine Abmahnung oder Klage anberaumt werden.

Links, Links, Links…

Das Grundprinzip des Internets war und ist die Empfehlung anderer Webseiten. Ein riesiges Netzwerk aus Informationen, guten und schlechten. Gerade in Deutschland und auch im lokalen Tourismusgeschäft hier im schönen Elbsandsteingebirge hat jedoch der Linkgeiz zugenommen, so meine persönliche Beobachtung. Viele Vermieter versuchen, dem Besucher des Webauftritts in eigenen Worten und Bildern die Sächsische Schweiz umfassend schmackhaft zu machen und detailliert zu beschreiben. Anderes Beispiel: Vermieterportale platzieren die Links (wenn vorhanden) zu den privaten Homepages an schwer zu findenden Bereichen. Das entspricht nicht dem Geist des WWW und hilft auch dem Besucher nicht, sich ein vielschichtiges Bild zur Tourismusregion zu verschaffen.

Die qualitativ besten Informationen zu Ausstattung, Lage und Preisen der Unterkunft mit originären Bildern sind auf den Homepages des jeweiligen Vermieters zu finden. Zudem ist es für den Vermieter lästig, identische Daten wiederholt in die Portale einzupflegen. Gleiche Beschreibungen, gleiche Bilder. Man kann auch sagen „Datenmüll“, „duplicate content“ in jedem Fall.

Ein weiteres Beispiel. Warum eine Wanderung auf der eigenen Homepage schlecht „nachbeschreiben“ , wenn dieser Tourentipp incl. Geomaping qualitativ hochwertig und redaktionell aufbereitet auf einem Wanderportal zu finden ist?

Verlinkt zum Original, zur Informationsquelle, als eine Empfehlung mit eigenen ankündigenden Worten! Mehr Mut dazu!

Natürlich stehen kommerzielle Interessen hinter dem Linkgeiz, die Angst einen Besucher zu verlieren. Ist das eigene Angebot jedoch gut, wird der Besucher zurückkehren, ganz sicher und dankbar dafür sein, von der Vermieterhomepage aus eine kleine „Reise“ ins Elbsandsteingebirge unternommen zu haben.

Verbindlichkeit

Dies ist keine Rechtsberatung. Der Artikel dient lediglich der Information und ist eine Zusammenfassung unserer Recherchen und persönlicher Ansichten.

Autor: Uwe Winkler, Tourismusverein Elbsandsteingebirge e.V.

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