Kletterunfälle im Elbsandsteingebirge 2011

Klettern im Elbsandsteingebirge

von admin am 20. Januar 2012

Artikel aus der Sächsischen Zeitung

Von Hartmut Landgraf

2011 verunglückten in der Sächsischen Schweiz 23 Kletterer, fast doppelt so viele wie in den Vorjahren. Die Ursachen sind meist mangelnde Erfahrung und Selbstüberschätzung.

Pirna. Die Bergwacht ist besorgt über die Zahl der Kletterunfälle im Elbsandsteingebirge. Im vorigen Jahr sind in den Felsgebieten deutlich mehr Kletterer verunglückt als in den Jahren 2010 und 2009.

Der Statistik zufolge ereigneten sich in der Sächsischen Schweiz insgesamt 23 Kletterunfälle, fast doppelt so viele wie im Jahr 2010. Außerdem mussten die Bergretter 28-mal in Not geratenen Wanderern helfen. Zweimal hatten sich Touristen verirrt und wurden von der Bergwacht gesucht. Auch eine Leiche mussten die Kameraden bergen – allerdings ein Selbstmordfall.

Bei den Wanderunfällen hat sich zahlenmäßig wenig verändert. Positiv ist, dass es 2011 keinen einzigen tödlichen Bergunfall gab. Bergretter Stefan Falkenau, der den Abschnitt Sächsische Schweiz leitet, sieht die guten Witterungsbedingungen als einen Grund für die Bilanz. 2011 war das Wetter bis in den Dezember hinein zum Klettern geeignet. „Nach zwei verregneten Sommern haben die Leute das weidlich genutzt“, sagt er. Aber das war nicht der einzige Grund für die Zahl der Unglücke. Deutschlandweit gibt es immer mehr Notfälle in den Bergen, weil Outdoor-Sportarten enormen Zulauf haben, urteilt Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein in München. Mangelnde Erfahrung, Orientierungsprobleme und Selbstüberschätzung sind häufige Unfallursachen. Auch in Sachsen geraten immer wieder Leute in Gefahr, weil sie Kletter- und Sicherungstechniken nicht richtig beherrschen. Hinzu kommt, dass im weichen Sandstein Griffe und Tritte leicht ausbrechen.

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