Fuchs erobert Festung Königstein

von admin am 5. Mai 2011

Donnerstag, 5. Mai 2011
(Quelle: Sächsische Zeitung)

Von Hartmut Landgraf

Von wegen uneinnehmbar! Was schon dem legendären Schornsteinfeger Abratzky gelang, hat jetzt sogar ein kleiner Fuchs geschafft.

Georg, der Eroberer – ganz friedlich in einem Mauerwinkel vor der Georgenbastion.

Wie ist er da bloß hineingekommen? Ein kleiner Fuchs hat geschafft, was ganzen Armeen jahrhundertelang unmöglich erschien: die verschlossenen Tore der Festung Königstein zu überwinden. Mitarbeiter der Museumsanlage hatten den frechen Eindringling am Sonntag auf dem Festungsplateau zwischen den schützenden Mauern am Aussichtstürmchen vor der Georgenbastion entdeckt – und ihn sogleich ins Herz geschlossen.

Dass der Fuchs nicht mit dem Fahrstuhl auf den Königstein gelangt sein kann, ist klar. Auch die Kletterroute über die Außenmauer, auf der vor 163 Jahren der legendäre Schornsteinfeger Sebastian Abratzky die Festungswachen überraschte, taugt nicht für vier Pfoten. „Georg“ – der Fuchs hat inzwischen einen zur Georgenbastion passenden Namen erhalten – muss geradewegs zum Haupteingang hereinspaziert sein. Der ist zwar nachts von einem schweren, eisernen Gittertor versperrt, für einen wie Georg bieten sich aber Durchschlupfmöglichkeiten. Einmal am Tor vorbei, gibt es im Aufgang zum Plateau keine weiteren Hindernisse: Die Zugbrücke hat heute nur noch Schauwert und wird schon lange nicht mehr hochgezogen.

Sabine Conrad von der Marketingabteilung sieht Fuchs Georg schon als neues Festungs-Maskottchen. Ihr gelang auch ein Foto des Eindringlings, bevor er sich am Montag ebenso heimlich wieder aus dem Staub machte. „Er hatte es in der Sonne gerade bequem und blieb ganz cool“, sagt sie. „Schade, dass er weg ist, er hätte sich gut als Reblaus-Ersatz für die geplante Fasskeller-Eröffnung geeignet.“ Das Festungspersonal ist sich aber sicher, dass Georg, der Eroberer, wiederkommt – denn es war nicht das erste Mal, dass Wildtiere durch die wehrhaften Gemäuer schleichen. Füchse seien schon mehrfach beobachtet worden, sogar ein einsamer Hase soll sich mal hier hinauf verirrt haben. Na dann, Gute Nacht auf der Festung – Fuchs und Hase!

{ 0 Kommentare… schreib einen eigenen }

Schreib einen Kommentar

Previous post:

Next post: