Mit Qualität bei Urlaubern punkten

von admin am 12. November 2009

Samstag, 7. November 2009
(Sächsische Zeitung)

Von Maik Brückner

Rund 190 Gastronomen, Hoteliers und touristische Anbieter trafen sich gestern beim ersten Tourismustag im neuen Landkreis.

Mit mehr Qualität, einem besseren Service und regionalen Spezialitäten kann der Tourismus in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge weiter gefördert werden. Darin waren sich die Referenten des gestrigen ersten Tourismustages einig. Zu dem hatte das Landratsamt sowie der Tourismusverband Sächsische Schweiz und die Tourismusgemeinschaft Silbernes Erzgebirge ins Atrium des Glashütter Uhrenbetriebes geladen. 190 Hoteliers, Gaststättenbetreiber und andere touristische Dienstleister waren gekommen.

Die einzelnen Referenten setzten recht unterschiedliche Akzente, wie man mehr Gäste bekommen könne. So berichtete Jörg Weber von der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz, wie es gelungen sei, Hotels und Gaststätten als Partner zu gewinnen. Diese halten bestimmte Qualitätsmaßstäbe ein. Im Gegenzug werden sie beworben, bekommen Schulungen und Führungen. Ein solcher Partner ist das Hotel „Helvetia“ in Schmilka, dass dessen Geschäftsführer Sven-Erik Hitzer vorstellte. Zusammen mit seiner Frau ist es ihm gelungen, das erste zertifizierte Biohotel Sachsens zu etablieren. Um durchweg Biokost anbieten zu können, klapperte er viele Bauernhöfe ab. Es war nicht einfach, Produzenten zu finden, sagte Hitzer. Momentan kommen 50 Prozent der Zutaten aus der Region. „In zwei Jahren sollen es wieder 80 Prozent werden.“ Hitzer bietet auch Bio-Spirituosen an und hat die Zimmer so umgerüstet, dass er sie als Elektrosmog reduziert anbieten kann. Mit seiner Strategie ist er gut gefahren.

Nischentourismus als Chance

Deshalb riet er den Hotels und Pensionsbetreibern, auch auf Nischentourismus zu setzen. Ähnlich argumentierte Mathias Feige, der Ergebnisse aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer vorstellte und sich dabei auf den Privatquartiermarkt konzentrierte. Das sei ein Wachstumsmarkt, sagte Feige. Denn die Deutschen fahren trotz der Krise weiter in den Urlaub, sparen aber bei den Unterkunftskosten. Dabei rücken Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Privatzimmer ins Blickfeld. Leider habe er festgestellt, dass viele Angebote nicht zeitgemäß sind. Mit ausrangierten Möbeln oder Bäder und Fliesen aus den 70er-Jahren könne man keine Kunden gewinnen. Deshalb riet er den Vermietern, sich auf Zielgruppen wie Wanderer oder Radfahrer zu konzentrieren und die Räume dementsprechend umzugestalten. Das muss nicht teuer sein.

Landrat Michael Geisler (CDU) war am Ende zufrieden: „Ich denke, jeder kann von den heute gemachten Erfahrungen und Erkenntnissen in der Zukunft profitieren.“

{ 0 Kommentare… schreib einen eigenen }

Schreib einen Kommentar

Previous post:

Next post: