Festung Königstein

von tveg am 1. Januar 2015

das-jahr-2014-ging-fuer-die-festung-koenigstein-mit-einem-1418943hAuf der Festung Königstein wurde gefeiert, geforscht und gedarbt. Eine neue Ausstellung beschreibt bald die 800-jährige Geschichte.

Von Ines Mallek-Klein

Das Jahr 2014 ging für die Festung Königstein mit einem Besucherrekord zu Ende. Mehr als eine halbe Million Gäste besuchten das Plateau, wo ab Mai in einer neuen Dauerausstellung die 800-jährige Geschichte der Festung präsentiert werden soll.

Foto: Ralf Hirschberger/dpa
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Sie hat Hunderte Künstler inspiriert und fehlt auf keinem Urlaubsvideo, das in der Sächsischen Schweiz entstand. Die Festung Königstein.

Sie thront 247 Meter über der Elbe und die Liste der Superlative, die sie erfüllt, ist lang. Niemanden ist es gelungen, die 800 Jahre alte Festung jemals einzunehmen. Das Bauwerk vereint fünf architektonische Epochen. Sie reichen von der Romanik über die Spätgotik bis hin zum 19. Jahrhundert. Im Zuge der Umbau- und Sanierungsarbeiten sind zahlreiche Alltagsgegenstände gefunden und gesichert worden. Sie werden Teil der Dauerausstellung, die am 1. Mai 2015 eröffnet werden soll. Der Aufbau hat bereits begonnen, verrät Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein GmbH. Es gilt schließlich, 33 Räume zu füllen. Insgesamt 1 200 Quadratmeter stehen zur Verfügung, um die 800-jährige Festungsgeschichte zu erzählen. Möglich macht das die Sanierung der Westbebauung, die im Herbst vorigen Jahres abgeschlossen wurde. Der Freistaat Sachsen hat rund 10,5 Millionen Euro investiert, um die Räume zu retten. Ein Großteil von ihnen ist nunmehr erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Die große Fläche erlaubt auch, den Traum von einer Dauerausstellung über die Festungsgeschichte Wirklichkeit werden zu lassen. Erste Ideen dazu gab es bereits in den 1980er-Jahren. Doch damals fehlte schlichtweg der Platz.

Die Zeit seitdem haben die Ausstellungsmacher gut genutzt. Es wurde geforscht, gesammelt und konzipiert. Die Besucher dürfen sich auf eine abwechslungsreiche Ausstellung freuen, sagt Angelika Taube, wohl wissend, dass noch viel Arbeit vor ihrem Team liegt. Bei der Gestaltung der Ausstellung wird es keine Experimente geben. Die Gäste werden in der Gegenwart abgeholt und beginnen ihre chronologische Zeitreise mit einem Faksimile. Die Oberlausitzer Grenzurkunde stammt aus dem Jahr 1241. In ihr ist der Königstein erstmals als „In lapide regis“ (dt. Auf dem Stein des Königs) benannt. Das Papier gibt damit auch der neuen Dauerausstellung ihren Namen. Angelika Taube ist sich sicher, dass die Schau Tausende Besucher auf den Fels locken wird. Es gilt, neue Rekorde einzustellen. Bis Mitte Dezember 2014 zählte die Festung mehr als eine halbe Million Gäste. Das ist das beste Ergebnis der letzten fünf Jahre und vermutlich auch der Sonderschau mit zwei Veduten von Canaletto geschuldet. Die aus Großbritannien geliehenen Ölbilder waren bis November auf der Festung zu sehen. Bernardo Bellotto hatte sie einst im Auftrag des Königs auf der Festung gemalt.

2015 soll nun die Dauerausstellung der Höhepunkt für Besucher werden. Sie können an einem aufwendigen Diorama nachempfinden, wie die Burg 1589 zur Festung ausgebaut wurde. Und in der Streichwehr wird dem sächsischen Sonnenkönig gehuldigt. August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, feierte gern und oft auf der Festung. Für seine Bediensteten bedeutete das Stress. Verpackt auf Pferdewagen, zogen ganze Teile der Hofküche, -konditorei und sogar Möbel aus dem Dresdner Schloss auf die Festung um.

Doch die Festung war auch Kriegsgefangenenlager, und das sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg. Zu DDR-Zeiten diente das Gemäuer als Jugendwerkhof. Die Epoche wurde bisher überhaupt nicht beleuchtet, sagt Angelika Taube. Die neue Ausstellung will sich auch mit diesem Thema beschäftigen. Dabei werden auch ehemalige Insassen des Jugendwerkhofes zu Wort kommen.

Erinnert werden soll aber auch an Flax und Krümel. Die Stars aus dem DDR-Kinderfernsehen erblickten auf dem Königstein das Licht der Welt. Hier auf der Festung gab es einst ein Fernsehstudio, in dem Ingeburg und Heinz Fülfe sprichwörtlich ihre Puppen Flax, Krümel und Struppi tanzen ließen.

Die neue Dauerausstellung „In lapide regis“ eröffnet am 1. Mai 2015 auf der Festung Königstein. Weitere Infos im Netz unter www.festung-koenigstein.de

SZ – Freitag, 02.01.2015

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