Kirnitzschtal tritt aus Tourismusverband aus

von admin am 31. Mai 2010

Samstag, 29. Mai 2010
(Sächsische Zeitung)

Von Anja Weber

Die Gemeinde spart so die Abgabe an den Verband. Nachteile befürchten die Ortsteile dadurch nicht.
Kirnitzschtal will nicht mehr mit dem Tourismusverband Sächsische Schweiz zusammenarbeiten. Die Gemeinderäte haben jetzt den Austritt beschlossen.

Warum tritt Kirnitzschtal aus dem Verband aus?

Die Gemeinde Kirnitzschtal bezahlt jährlich etwa 17000 Euro für die Mitgliedschaft im Tourismusverband Sächsische Schweiz. Angesichts der Finanzknappheit müsse man sich von lieb gewonnenen Sachen trennen, sagt Bürgermeister Robert Läsker (CDU). Oder die Steuern erhöhen.

Was sagt der Tourismusverband dazu?

Tino Richter, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, will den Austritt der Gemeinde derzeit nicht werten, sondern erst ein Gespräch mit dem Bürgermeister und dem Vorstand des Verbandes abwarten. Der Verband bedauere es jedoch, wenn Kirnitzschtal austritt.

„Zumal es ja auch Finanzierungsmöglichkeiten über die Fremdenverkehrsabgabe und die Kurtaxe gibt“, sagt Tino Richter. Es sei schade, wenn sich eine Gemeinde aus dem Solidarsystem zurückziehe. Der Verband hat 380 Mitglieder, Gemeinden und touristische Leistungsträger. Wie sich de rAustritt finanziell auf den Verband auswirkt, will Tino Richter derzeit nicht abschätzen.

Muss die Gemeinde jetzt Nachteile befürchten?

Bürgermeister Robert Läsker rechnet nicht mit einem Imageschaden. Den Gästen sei es egal, ob die Gemeinde in einem Verband ist oder nicht. Deshalb gehen die Kirnitzschtaler auch nicht davon aus, dass sie künftig weniger Urlauber haben. Die meisten würden sich über das Internet informieren. Und auf der Homepage der Gemeinde können sich die Vermieter selbst eintragen. Die Resonanz auf Messebesuche sei nicht sehr hoch. Außerdem können die Vermieter weiter im Gastgeberverzeichnis des Tourismusverbandes werben, da sie ihre Einträge dort selbst bezahlen.

Allerdings befürchtet die Gemeinde, dass die größeren Anzeigen in den Urlaubsmagazinen des Verbandes künftig etwas teurer werden. Bereits vor einigen Jahren hatte sich Kirnitzschtal als erste Gemeinde vom Tourismusschalter des Verbandes im Bad Schandauer Bahnhof verabschiedet. Der wurde dann komplett geschlossen. Auch daraus hätten sich keine Nachteile ergeben, sagt der Bürgermeister.

Was sagen andere Tourismus-Gemeinden dazu?

Der Hohnsteiner Tourismuschef André Häntzschel schätzt die Arbeit des Verbandes. „Die ist richtig gut“, sagt er. Als Beispiel nennt er den Malerweg sowie die Werbeaktivitäten für die Bastei, ebenso die verstärkte Werbung um Urlauber aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Das hätte viele Nachfragen ausgelöst. Auch die Messeauftritte wären allein nicht finanzierbar. Allerdings sieht auch er in der Mitgliedschaft einen nicht unerheblichen Kostenfaktor. Die jährlichen Haushaltsdiskussionen seien deshalb auch mit ausschlaggebend für eine Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband.

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